Seniorchef feiert 50-jähriges Jubiläum

„Kaiser übernimmt Fürst“

Ein halbes Jahrhundert, mehr als die Hälfte seines Lebens steht Manfred Kaiser nun schon an der Spitze der Fürst Gruppe. Am Mittwoch, den 27. März, feierte Kaiser nun sein 50-jähriges Jubiläum bei der Fürst Gruppe. Dabei erzählt er die Firmengeschichte in eigenen Worten.

Alle guten Geschichten haben ein Happy End. So auch die Geschichte der Fürst Gruppe, geschrieben mit brennendem Ehrgeiz, umfassendem Fachwissen und unerschütterlichem Durchhaltevermögen. Und mit Seniorchef Manfred Kaiser als Hauptfigur. 50 Jahre ist es nun her, dass er die Führung der Firma Fürst übernahm. Für seine erstaunlichen Leistungen wurde der Seniorchef deshalb nun geehrt. Kaiser ließ es sich zu diesem Anlass nicht nehmen, selbst mit 88 Jahren die Geschichte seiner Firma selbst zu erzählen. Er berichtete den anwesenden Niederlassungs- und Abteilungsleitern, wie es dazu kam, die Firma Fürst damals zu übernehmen.
Bereits 1952, mit 19 Jahren, machte sich Manfred Kaiser als Handelsvertreter selbständig und verkaufte Reinigungsmittel – unter anderem auch an die Firma Fürst. 1906 vom Kaufmann Moritz Fürst gegründet, wurde diese mittlerweile von dessen Enkel, Ernst Fröhr, geleitet. Fröhr hatte damals einige große Aufträge, unter anderem die Platzreinigung des Hauptbahnhofs Nürnberg. Allerdings lebte Fröhr über seine Verhältnisse, machte Schulden und konnte seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Auch dem Vertreter Manfred Kaiser schuldete Fröhr eine große Summe, die am Ende nur noch beglichen werden konnten, indem Kaiser selbst die Führung der Firma übernahm.

Ein Schritt ins Ungewisse


„Ich wollte mein Geld natürlich nicht verlieren und traute mir auch zu, eine Firma zu leiten. Das technische Know-how hatte ich ja bereits erworben und meinen Gebäudereinigermeister hatte ich nebenbei auch noch gemacht“, so Kaiser.
Nach der Übernahme am 1. Januar 1969 sah die Zukunft der Firma Fürst allerdings nicht besonders rosig aus. „Seit drei Monaten war keine Post geöffnet worden, das Kassenbuch war bereits sechs Monate unberührt geblieben und die Bank forderte eine Räumung der Geschäftsräume innerhalb von drei Tagen – deshalb verlegten wir die Arbeitsräume zunächst einmal in meine privaten vier Wände“, erinnert sich der Seniorchef.
Zu Beginn seiner Führungstätigkeit bei Fürst lag der Fokus demnach erstmal auf Schadensbegrenzung. Durch die finanzielle Notlage war ein großer Imageschaden entstanden, den Kaiser ausbessern wollte und musste. Die Zukunft der Firma konnte am Ende nur durch einen glücklichen Zufall gesichert werden.

50 Jahre später


Heute ist die Geschichte der Fürst Gruppe eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Anfänge alles andere als einfach waren, blickt Manfred Kaiser heute auf seine berufliche Laufbahn zurück und kann mit Überzeugung sagen, dass ihm „die Arbeit trotz allem immer Freude gemacht“ habe. Eine große Feierlichkeit zu seinem 50-jährigen Jubiläum habe Kaiser allerdings nicht gewollt, so der Seniorchef selbst. Wichtig sei es in seiner Situation auch immer gewesen, „jemanden zu Hause zu haben, der einem den Rücken stärkt“. Dabei lächelt er in Richtung seiner Frau.
Am Ende der Feierlichkeit trat Christine Bruchmann, Geschäftsführerende Gesellschafterin und Tochter von Kaiser, noch einmal ans Rednerpult. Sie beglückwünschte ihren Vater und würdigte besonders seine Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Darüber hinaus habe er sich trotz allen Widrigkeiten nie beschwert, er stand immer zu seinen Worten und Taten und blieb bei allem, was er tat, stets menschlich. „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die damals den Mut und die Energie hatten, das anzupacken“, so Bruchmann. Als Dank überreichte sie dem „Mann, der bereits alles hat“ einen schönen Blumenstrauß sowie einen Korb voll leckeren „Shortbreads“.
„Ich wünsche mir, dass es in der heutigen Zeit mehr Menschen von deiner Sorte gibt“, beendet Bruchmann ihre Dankesrede. „Toll, dass du 50 Jahre lang durchgehalten hast!“

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